Sammlung ILO-Motorenwerke
Mitte des 20. Jahrhunderts sind die ILO-Motorenwerke weltweit Marktführer in der Produktion von Zweitaktmotoren, größter Arbeitgeber in der Region und die ILO- Firmengeschichte liest sich wie ein Spiegel der gesamtdeutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts.
Im Jahr 1911 gründet Heinrich Christiansen in Altona die Norddeutsche Maschinenfabrik, die späteren die ILO-Motorenwerke. Seinem Unternehmen gibt er den Namen ILO (Esperanto für „Werkzeug“). Bereits zwei Jahre später wird mehr Platz benötigt: die Motorenwerke ziehen 1913 nach Pinneberg. In den Kriegsjahren ist ILO ein zuverlässiger Lieferant für Rüstungsgüter, danach wird der Zweitaktmotor zum Verkaufsschlager. 1955 ist ILO der größte Arbeitgeber im Raum Pinneberg und Deutschlands größer Hersteller für Zweitaktmotoren. Der Erfolgskurs wird jedoch ausgebremst: Autos werden erschwinglich und die Nachfrage an Zweitaktmotoren für motorisierte Zweiräder sinkt rapide. Die ILO-Motorenwerke werden in die USA verkauft und die Produktpalette wird erweitert. Dennoch muss massiv Personal abgebaut werden – richtig erholen kann sich ILO nicht, die Verluste sind zu groß. Die ILO-Motorenwerke schließen 1990 ihre Türen. Damit endet dieses bedeutende Kapitel Pinneberger Industriegeschichte.
Das Stadtmuseum Pinneberg widmet der Geschichte der ILO-Motorenwerke einen Ausstellungsraum. Exponate sind Allzweck-, Boots-, Flug- und Schlittenmotoren, technische Zeichnungen, Werbemittel und Fotografien der ILO.
Im Souterrain des Museums befindet sich zudem eine ILO-Schausammlung mit mehr als 100 Zweitaktmotoren. Präsentiert wird ein breites Spektrum technischer Entwicklung von Beispielen aus den 1920er Jahren bis hin zu den zuletzt hergestellten Typen Ende der 1980er Jahre. Diese können nach vorheriger Anmeldung besichtigt werden.